Wer hat die Kokosnuss geklaut?

So da melde ich mich auch mal wieder!

Die letzten Wochen waren nicht sonderlich spannend, aber die allgemeine Vorfreude war deutlich zu spüren. Familienbesuche standen an!! 🙂

Als Erste war ich dran, die Vorhut in Form meiner Schwester kam Mitte Januar zu Besuch. Zusammen verbrachten wie ein paar Tage an der Schule (Schwimmunterricht mit Uta inklusive :P) und machten uns dann auf in Richtung Battambang. Die Kleinstadt hat ihren Charme eindeutig nicht verloren und so hatten wir jede Menge Spaß beim Bamboo Train und den anderen Attraktion. Absolutes Highlight war für mich wieder der Zirkus: ein echtes Muss!!! Außerdem besuchten wir dieses Mal sowohl die Killing Cave als auch die Bat Cave. Es ist einfach richtig beeindruckend so vielen Fledermäusen beim Ausschwärmen aus der Höhle zuzusehen! 🙂 

Danach machten wir uns per Boot auf den Weg nach Siem Reap, schon lustig wie stark sich der Wasserstand im Vergleich zum letzten Mal verändert hat! So bekam ich also die Chance mir Angkor nochmal anzusehen – und es war einfach genau so beeindruckend wie beim ersten Mal 🙂 wenn auch um einiges weniger anstrengend, dank TukTuk 😉 So wurden die Tempel erkundet und es erstaunte mich doch sehr wie viele der Tempel ich bei unserer ersten Tour noch nicht gesehen hatte. So stapften wir ernsthaft 12 Stunden durch die Ruinen, es hat sich gelohnt! Der anschließende Besuch auf dem Nightmarket fiel dann jedoch etwas kürzer aus 😉 

Am nächsten Tag wurde erstmal gechillt und dann musste ich mich auch schon wieder auf den Heimweg machen :/

Uta stürzte sich für ca 2 Wochen alleine ins Abenteuer inklusive 3-tägiger Mountainbiketour und vielen neuen Eindrücken im fremden Kambodscha. Das Beste aber kommt noch, denn sie macht ab April ein 6-monatiges Praktikum in Siem Reap. Für unsere Eltern heißt das: 2 Töchter in Kambodscha 😉

Aber die beiden können sich definitiv nicht beschweren, denn für sie ging es im diesjährigen Urlaub ebenfalls nach Kambodscha 😉

Am 8ten Februar machten sie sich auf die lange Reise nach Siem Reap um die Tempelstadt von Angkor zu erkunden 🙂 Eine Woche später war es dann soweit, Dienstag nach der Schule fuhr ich nach PP um mich mit der ganzen Familie zutreffen. Schon ein etwas seltsames Gefühl, aber nicht minder schön 🙂 Zusammen wurde gegessen und viel erzählt von den vergangenen 6 Monaten. Trotzdem kam mir an diesem Abend alles etwas surreal vor :‘)

Donnerstags stand dann der Schulbesuch an! Zwar hatte ich ein wenig Zeitdruck da aufgrund des Term-Ende noch ein paar Test zu schreiben waren, aber dennoch glaube ich hatten die beiden eine tolle Zeit. Es war schon toll ihnen mein Leben in Kambodscha so gut wie möglich zu zeigen (inklusive Schwimmunterricht mit Mama :P)

Nach Besuch der Schule („Teacher Inga, is that your mommy and daddy?“) fuhren wir zusammen zurück nach PP wo wir uns wiederum mit Uta trafen – zum Kochkurs. 

Am nächsten Morgen ging es dann los, ab in den Minivan und 8 Stunden Fahrt. Unser Ziel, die Provinz Ratanakiri oder besser gesagt, die Kleinstadt Banlung. (Banlung liegt direkt vorgelagert an einen Nationalpark in welchem die Grenze zu Laos und teils zu Vietnam verläuft)

Angekommen im Hotel staunte ich nicht schlecht. Urlaub mit Mama und Papa ist dann doch was anderes als wenn wir allein auf Reisen sind 😉 Die heiße Dusche wurde definitiv nicht verschwendet 😛 Abends saßen wir alle gemeinsam im Restaurant und genossen die gemeinsame Zeit.

Am nächsten Tag mieteten wir uns ein paar Mountainbikes. 

Rückblickend vielleicht nicht die beste Idee. Meines war viel zu klein und der Sattel rutschte immer wieder runter, das machten meine Knie nicht lange mit. Bei Mama funktionierte die Schaltung nicht wirklich, was das Fahren in hügeliger Umgebung sehr mühsam machte. Bei Uta und Papa lief es vorerst am Besten als wir uns durch die Hitze zum nahe gelegenen Wasserfall kämpften.

 Dieser war jedoch nicht wirklich beeindruckend, also machte man sich wieder auf den Rückweg. Da hatte jedoch Papas Fahrrad etwas einzuwenden und lies die Luft im Hinterrad entweichen.

 Das hieß für ihn, schieben in der Mittagshitze… Es dauerte auch einige Zeit bis ihn unsere Hotelcrew dann abholte. Danach war der Tag für ihn gelaufen. Wir drei Mädels legten uns also an den Pool und gingen danach was essen 🙂 Der Plan anschließend noch zum nahe gelegenen Kratersee zu fahren wurde verworfen und so verbrachten wir ein paar nette Stunden im süßen Restaurant.

Hoffentlich läuft der nächste Tag besser…

Muss ja, denn die nächsten zwei Tage würden wir auf einem Gibbon Spotting Trek verbringen. Mitsamt Guide ging es morgens nach dem Frühstück in Richtung Fluss wo bereits ein Boot auf uns wartete. Mit diesem ging es den Fluss hoch zu einem abgelegenen indigenen Volk.

 Dieses durften wir sogar anschauen und es war super interessant die Menschen bei ihrem alltäglichen Leben zu beobachten.

Die Menschen dort haben ihre eigene Sprache, also keinen Weg sich mit dem Rest der Bevölkerung zu verständigen. Eine Schule gibt es nicht, die Kinder heiraten sehr jung und so bekommen Paare um die 8-12 Kinder (Verhütung kennen sie nicht). Geld haben sie nicht also betreiben sie sowohl untereinander als auch in Banlung mit den anderen Einwohnern größtenteils Tauschhandel (Für einen Sack Reis bekomme ich 2 Hühner usw.). Das Volk lebt vom Dschungel. Kinder finden sich schon im Alter von 3 Jahren bestens im Wald zurecht. Die Jungs gehen jagen, die Mädchen holen Wasser, versorgen die Kinder und kochen. Ist alles Holz in der näheren Umgebung verbraucht zieht das ganze Volk weiter und schlägt ein neues Lager auf. So kann man auch das Alter der Menschen abschätzen, da sie immer nach ca 3 Jahren weiterziehen. Sie können nicht sagen wie alt sie sind, aber sie wissen wie oft sie schon umgezogen sind.

Sogar ihren Friedhof durften wir uns ansehen. Die Gräber sind je nach Stand der Familie größer und prunkvoller als andere. 

Stirbt ein Familienmitglied wird es für eine Woche im Dorf behalten. Anschließend findet das „erste“ Begräbnis statt und der Leichnam wird auf dem Friedhof beigelegt. Für die nächsten 12 Monate werden Familienmitglieder immer wieder Opfergaben am Grab ablegen, sodass der Tote mit allem versorgt ist was er auf seinem Weg ins Paradies so brauchen könnte. Dann folgt das „zweite“ Begräbnis infolge dessen das Grab nie wieder von den Familienmitgliedern besucht wird da man glaubt, dass der Geist nun vollständig ins Paradies aufgestiegen ist und es ihm an nichts mehr fehlt. Dafür werden ihm in reichen Familien zwei aus Holz geschnitzte „Bodyguards“ zur Seite gestellt.

 

Diese Lebensweise mit eigenen Augen zu sehen war wirklich beeindruckend. Scheinbar haben die eine oder andere NGO versucht den Menschen dort Zugang zu Bildung zu verschaffen oder sie in Kontakt zur anderen Bevölkerung treten zu lassen. Dies alles scheint den Menschen dort jedoch nicht sonderlich wichtig zu sein. Sie wollen einfach nur in Ruhe leben. Wie schön das doch irgendwie sein muss.

Nach einer weiteren Bootsfahrt ging es für uns ab aufs Moto. Die spannendste Motofahrt die ich bisher mitgemacht habe… Anfangs ging es noch über einen rostroten Schotterweg, doch irgendwann bogen wir ab und es ging Berg hoch, Berg runter eine sandige Piste entlang die immer schmaler wurde. 

Nachdem ich ein paar mal fest damit rechnete gleich im hohen Bogen vom Moto zu fliegen waren wir dann endlich da – in unserem Camp mitten im Dschungel. Viel gab es dort nicht, außer ein paar Holzhütten und einer nervigen Gans. Für eine Nacht sollte es reichen. Nach einem ca 2-stündigen Spaziergang und einem kurzen Abendessen ging es dann auch schon ab ins Bett.

Schließlich hieß es um 3.30am nichts wie raus aus den Federn, die Gibbons warten nicht. Also stapften wir im Entenmarsch hintereinander durch die Dunkelheit. Geredet wurde wahrlich nicht viel. Um ca 5.00am erreichten wir nach einer kleinen Wanderung den Wartepunkt. Hier würden wir auf das Erwachen der Affen warten – und versuchten vorher nicht wieder einzuschlafen 😉 Um fast punkt 6 Uhr hörten wir dann, wie sich unsere Gruppe bestehend aus einem Weibchen mit Baby und 3 Männchen lautstark zu Wort meldete. Los gehts, dem Guide hinterher! Durch den Wald, bis wir sie endlich erblickten. Zu Anfang konnte man sie nur erahnen, in den hohen Baumwipfeln. Später jedoch trieb sie der Hunger weiter nach unten, sodass wir sie aus 10-15m Entfernung beobachten konnten. Es war richtig beeindruckend diesen Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum etwas näher zu kommen! Ein wirklich tolles Erlebnis 🙂

Mit Rückfahrt waren wir erst mittags allesamt glücklich aber müde zurück am Hotel. Doch eine Station gab es noch. Nach ein paar Stunden Pause machten wir uns auf den Weg zum Kratersee Yak Loum. Hier wurde eine Runde gebadet und der letzte Tag ausklingen lassen. Denn Dienstag Morgen mussten Uta und ich uns schon auf den Rückweg nach PP machen. Jedoch nur für eine halbe Woche 🙂 Momentan sind wir nämlich wieder alle zusammen im Urlaub 🙂 wo wir sind und was wir so machen erfahrt ihr dann beim nächsten Mal, bis dann 🙂

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