Der wilde Nordosten oder Khmer New Year im Dschungel

Wie ihr ja bereits im letzten Bericht mitbekommen habt gab es für uns dank der Feiertage zum Khmer New Year ein bisschen Urlaub zu verbuchen 🙂 Den hatten wir uns nach dem Stress der vergangenen Wochen auch rechtlich verdient. Alle waren froh mal für ein paar Tage rauszukommen und sich der wunderschönen Natur Kambodschas zu widmen.

Für uns ging es nämlich ca. 3 Monate vor Abreise zu unserem letzten großen Ziel – in den wilden Osten.

Angefangen wurde jedoch in Kratie, einem Städtchen ca. 250km nordöstlich von Phnom Penh. Hier verbrachten wir 2 tolle Tage bei super Wetter. Es wurden Motos gemietet und dann ging es zu den umliegenden Attraktionen. Unser erstes Ziel war der sogenannte „Schildkrötentempel“. Der Tempel hat hiebei eigentlich nicht direkt etwas mit den süßen Flussbewohnern zu tun. Die Mönche jedoch engagieren sich im nahegelegenen Artenschutzprojekt, welches sich mit der stetig sinkenden Population verschiedener Schildkröten beschäftigt. Eine super Idee wie ich finde! Der Eintritt ist zwar etwas überteuert, aber man unterstützt damit eine gute Sache.

So süüüßß ♡♡

Danach ging es dann noch ein bisschen durch die wilde Natur, welche unsere Kenntnisse im Motofahren mal wieder auf den Prüfstand stellte 😛

Holztransport…

♡♡

Abends wurde dann günstig aber sehr lecker am Nudelstand gegessen und dem Wolkenbruch zugesehen, der sich über der Stadt entlud.

Am nächsten Tag ging es dann zum ersten Highlight dieses Urlaubs. Zumindest für mich. Da Kratie direkt am Ufer des Mekongs gelegen ist und in der Nähe zwei „Süßwasserpools“ sind findet man hier ein paar wenige verbleibende Flussdelfine. Die „Irrawaddy-Delfine“ sind eine sehr stark bedrohte Art die es nur noch in den Mekongabschnitten in Kambodscha und Laos zu finden gibt. Deutlich erkennbar sind sie an ihrer runden Kopfform. Leider war der Kajak Anbieter in Kratie bereits im Neujahrsurlaub, sodass wir auf ein Motorboot zurückgreifen mussten. Zum Glück hatten wir aber einen scheinbar sehr verständnisvollen Fahrer, der das Boot größtenteils nur mit dem Paddel fortbewegte. Trotzdem bekamen wir die scheuen Tiere nie wirklich genau zu sehen. Außer einmal als sich eines der Tiere einen Spaß erlaubte und zu unser aller Überraschung aus dem Wasser sprang 🙂 Ein anderes Mal tauchte ein Delfin ca 4 Meter neben unserem Boot auf. Wir alle waren so erstaunt und euphorisch das gar keine Zeit blieb um die Kamera zu zücken und diesen unglaublichen Moment festzuhalten.

Anschließend ging es in die Stadt zurück und wir setzten mit der „Fähre“ zur Mekonginsel „Koh Trong“ über. Diese ist direkt vor Kratie gelegen und hat einen Umfang von ca. 14km. Sie besteht zum größten Teil aus Sandbänken und so machten wir uns mit ein paar geliehenen Fahrrädern auf eine Rundtour.

Einen Tag später machten wir uns dann auf den Weg nach Sen Monorom, Mondulkiri. Die Busfahrt dorthin war – sagen wir mal: interessant. Als wir in den Bus einstiegen ahnten wir noch nicht wie interessant 😉 Unter den recht skeptischen Blicken unserer Mitfahrer stiegen wir also in den halbvollen Bus und machten es uns auf den Sitzen bequem. Nach und nach begann sich dann der Bus mit Menschen zu füllen, alle Khmer. Nachdem alle Sitzplätze gefüllt waren wurden im Mittelgang Sitze aufgestellt und die Kinder zu zweit auf einen Sitz gepackt. Immer wenn ich dachte: Jetzt können wir unmöglich noch mehr Leute unterbringen kamen noch zwei oder drei dazu. Dann wurde sich wieder umgesetzt und hier oder da noch ein Kind dazu gequetscht. Letztendlich saßen in dem für höchstens 25 Personen ausgelegten Bus, 45 Leute und 1 Baby. Moritz teilte sich die Rückbank mit 4 Khmers und einem Kleinkind welches alle Fahrgäste um sich herum als Klettergerüst benutzte. Zwischen Joke und mir saß im Mittelgang ein Vater mit seinen 2 kleinen Söhnen auf dem Schoß. Kurz gesagt waren wir alle froh als wir nach ca. 4 Stunden unser Ziel erreichten und die schmerzenden Beine ausstrecken konnten.

Davon musste sich ertmal erholt werden und so machten wir uns erst folgenden Tag auf unsere Erkundungstour (wieder mal per Moto) in die nähere Umgebung. Als erstes statteten wir dem Busra-Wasserfall einen Besuch ab. Dieser erstreckt sich über drei Ebenen und ist ein nettes Ausflugsziel, auch für die Khmers. Einmal ins kühle Nass getaucht und weiter gings. Allerdings wurden wir von einem heftigen Regenschauer überrascht, der sich über mehrere Stunden erstreckte. Also kuschelten wir uns in „warme“ Klamotten und genossen einen gechillten Nachmittag bei Karten spielen und gutem Essen.

Der nächste Tag wurde mit Spannung erwartet, denn es ging ins „Elephant Valley Project“. Dieses Projekt setzt sich für den Artenschutz der in Kambodscha lebenden Elefanten ein und bietet außerdem 10 aus der Zwangsarbeit „geretteten“ Elefanten einen weitestgehend natürlichen Lebensraum. Diese „Elies“ durften wir einen Tag lang begleiten und aus nächster Nähe die Verhaltensweisen der tierischen Riesen beobachten. Interessant war allerdings nicht nur was wir über das Projekt und dessen Bewohner lernten, sondern auch die Einblicke in die Lebensweise der etnischen Minderheiten der Umgebung und der „Mahouts oder Elephantkeepers“ die ebenfalls aus diesen Dörfern kommen. Alles in allem ein sehr schöner Tag mit vielen neuen Erfahrungen 🙂

Und dann ging es auch schon weiter. Welcome back to Banlung! 🙂

Hier stürzten wir uns dann richtig ins Abenteuer und begaben uns auf eine dreitägige Dschungeltour.

Gemeinsam mit unserem Guide und einer weiteren Tourteilnehmerin machten wir uns also, nach einem sehr starken Gewitter in der vorausgehenden Nacht, zunächst per TukTuk auf den Weg in Richtung Fluss. Dort wurden wir per Boot den Fluss hinauf in Richtung Dschungel gefahren und an einer abgelegenen Anlegestelle abgesetzt. Von hier machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Zunächst noch durch Gras und zwischen vereinzelten Häusern gelangten wir schon bald in den stetig dichter werdenden Dschungel. Nach einer kurzen Mittagspause bei der wir auf eine andere Gruppe stießen, die das selbe Ziel hatte wie wir, machten wir uns wieder auf den Weg. Obwohl ab hier kein wirklicher Weg mehr zu erkennen war und wir uns scheinbar richtungslos durchs Dickicht schlugen. Doch unsere beiden Ranger führten uns sicher an riesigen Spinnen und Schlangen vorbei zu einem Wasserfall fernab jeglicher Zivilisation. Hier schlugen wir unser Nachtlager auf. Die Hängematten wurden unter einer zu einem Zelt ausgebreiteten Plane aufgehängt. Zum Abendessen verschlangen wir eine super leckere „Bamboo-Soup“ welche in einem Bambusstamm gekocht wurde. Dann ging es auch relativ früh todmüde in die Hängematte. Die Nacht war zwar nicht die erholsamste, aber dennoch schlief ich besser als gedacht. Auch wenn ich mich nachts einmal aus meiner Hängematte herauszwengen musste um sie wieder etwas nachzuziehen. 

Morgens wurde ich dann von den Schreien der Gibbons geweckt die um uns herum ihre Reviere markierten. Nach einem morgentlichen Bad im Wasserfall und einem ausgiebigen Frühstück (Omlett mit Brot) ging es dann den Berg hoch. Und wie… Oben angekommen mussten wir wohl oder übel erstmal zehn Minuten Pause machen und liefen anschließend mit zitternden Oberschenkeln weiter. Nach einiger Zeit kamen wir wieder aus dem Dschungel heraus und aßen bei unserem Bootsfahrer zu Mittag. Dann ging es mit dem Boot zur nahegelegenen indigenen Village. Leider war diese genau die selbe welche ich auch schon mit meinen Eltern zusammen besucht hatte. So war der Nachmittag nicht sonderlich interessant, aber es war dennoch schön nochmal herzukommen. Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer.

Null am schwitzen 😛

Am nächsten Tag besichtigten wir den Friedhof und machten uns anschließend auf den Weg zurück nach Banlung, per Boot und TukTuk. Zurück in der Zivilisation bemerkten wir erst die Auswirkungen des Khmer New Years, denn es war Neujahrstag und somit tote Hose in der ganzen Stadt. Also gönnten wir uns erstmal eine ausgiebige Dusche und machten uns anschließend auf die Suche nach etwas zu Essen.

Nach einem tollen Abendessen und einer guten Mütze voll Schlaf ging es am nächsten Morgen nach Phnom Penh, dennn nach 10 Tagen waren unsere Ferien auch schon wieder vorbei. In Phnom Penh sammelten wir die anderen ein und kehrten zurück an die Schule. Neue Stundenpläne gab es sogleich und ansonsten veränderte sich eigentlich nichts.

So sind wir jetzt also wieder voll im Arbeitsrythmus und schleppen uns ein wenig durch die heißen Tage. Und in Deutschland schneits. Viel Spaß damit und bis bald 😛

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